Was du bei deinem Einkauf eines Fitnessarmbandes berücksichtigen solltest

Was du bei deinem Einkauf eines Fitnessarmbandes berücksichtigen solltest

Fitnessarmbänder haben in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren eine relativ große Beliebtheit erfahren. Bei der Konzeptionierung der Uhr und dem dahinterstehenden Marketing ist das nicht verwunderlich. Das Konzept packt die Eitelkeit und die Faulheit, die sich in unserer Gesellschaft festgesetzt hat.

Mit Diät, falschen Schönheitsidealen und der persönlichen Faulheit wird Geld gemacht.

Wir Menschen neigen leider dazu nach den einfachen Umwegen zu suchen und blenden aus, dass es manchmal nur schwere Wege zum persönlichen Ziel gibt. Oft wird die Schuld oder der Mangel bei anderen gesucht. Ob es fehlende innere Kraft, ein zu großer innerer Schweinehund oder etwas ganz Anderes, das will ich dabei gar nicht debattieren.

Über Models und das Modelgeschäft werden Schönheitsideale vermittelt, welchen die zunehmend verfettende Gesellschaft nacheifert. Der in den Medien präsente Hochleistungssport bewegt Menschen dazu Idealen nachzueifern – die vielleicht nicht mal die Eigenen sind. Jeder will, aber die meisten verkennen, welche Leistung erbracht werden muss.

Ein Fitnessarmband verspricht dir verschiedene Funktionen: Kalorienmessung, Schrittzählung und viele andere. Es werden Tagesziele festgelegt oder vermittelt und damit soll der Gewichtsverlust ohne große Veränderung der Ernährung eingeleitet werden. Wahnsinn, ein Schritt näher an das eigene Ideal. Ich muss nur Geld ausgeben.

Slogans die auf die Verantwortungsübernahme der eigenen Gesundheit anspielen und auf eine verbesserte Kontrolle der Herzfrequenz und der Aktivität hinweisen, sollen zum Kauf anregen. Und das funktioniert – zumindest das Kaufen…

Kontrolle bedeutet Wahrheit. Wahrheit bedeutet Druck oder sogar Angst. Zu großer Druck oder Angst bedeuten scheitern.

Einige Zeilen weiter oben habe ich bereits den wesentlichen Punkt genannt, auf den ich hinaus möchte. Aufgrund eines Gespräche mit einer Athletin bin ich darauf gekommen einen Artikel zu der Thematik zu schreiben. Sie hat für sich festgestellt, dass ihre Gewichtsveränderung bei gleichbleibender Kalorienzahl mit ihrem Fitnessarmband zusammenhängt.

Tatsächlich habe auch ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Eine Verbesserung der körperlichen Zusammensetzung war immer dann besser, wenn ich es ohne eigene Erwartungshaltung, ohne Druck verfolgt habe. In der Vergangenheit hatte ich bereits öfters solche Gespräche. Gerade im Wettkampfbodybuilding gibt es immer wieder Coaches die ihren Athleten sagen: „Achte nicht zu sehr auf die Waage und mach dich nicht verrückt. Ich bin verantwortlich dafür, mir die Gedanken zu machen.“

Die versprochene, ständige Kontrolle bsp04w. der Tagesschrittzahl und der Vergleich mit dem Tagesziel konfrontiert dich mit einem Nichterreichen deines Tageszieles. Weshalb es gescheitert ist wird nicht berücksichtigt. Vielleicht hat es dein Lifestyle einfach nicht zugelassen. Die Arbeit war zu stressig. Dein Kind ist krank. Egal was es ist. Vielleicht hast du aber auch einfach den glücklichsten Moment deines Lebens gehabt, den du einfach genießen wolltest. Abends sagt dir dein Armband dann: „Du bist gescheitert.“

Seien wir mal ehrlich, wer scheitert schon gerne. Natürlich ist scheitern nicht zwingend etwas Schlechtes. Wer aber hat die Souveränität sich bei einem ständigen wiederholen des Scheiterns nicht runter ziehen zu lassen?

Dieser Kreislauf kann und wird sich unbewusst auf die Psyche ausschlagen. Das wiederum kann sich negativ auf deine Gewichtsveränderung auswirken. Und dabei spielt es keine Rolle, ob du dich im Kaloriendefizit befindest oder wie groß dieses ist. Am Ende wirst du keine Gewichtsveränderung feststellen. Das setzt dich weiter unter Druck, denn spätestens jetzt realisierst du, dass du dein Ideal nicht erreichst. Herzlich willkommen im Teufelskreislauf der Unzufriedenheit und des Scheiterns.

Nicht alles im Leben muss kontrolliert werden.

 Stehst du jetzt vor der Entscheidung, ob du dir ein Fitnessarmband zulegen sollst? Dann ist nicht die Frage des „Ob“ entscheidend, sondern dein „Wieso“. Ist es tatsächlich notwendig deinen ganzen Lifestyle zu tracken? Ist es tatsächlich immer gut kontrolliert zu werden? Willst du diese Dinge tatsächlich immer als Spiegel vorgehalten bekommen?

Deinen Zielen kommst du auch auf andere Weise näher. Aus eigener Bewertung sind die deutlich angenehmer. Just think about it!